Begleitforschung:
Mehrsprachiges Schreiben mit KI im akademischen Kontext: Übersetzungspraktiken im Fokus
Ziel der Begleitforschung
Ziel der Begleitforschung ist es zu untersuchen, wie Studierende ihr Sprachenrepertoire im akademischen Schreibprozess nutzen und welche Rolle KI-gestützte Übersetzungspraktiken dabei spielen.
Fragestellungen:
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Wie nutzen Studierende ihre Mehrsprachigkeit im Schreibprozess?
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Wann werden welche Sprache(n) zu welchem Zweck eingesetzt?
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Welche Übersetzungspraktiken lassen sich unter Einbezug von KI-Tools beobachten?
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Wann und zu welchem Zweck wird übersetzt – und wie gehen Schreibende dabei konkret vor?
Relevanz:
Universitäten sind mehrsprachige Orte. Mehrsprachigkeit zeigt sich im Studienalltag, zum Beispiel beim Lesen wissenschaftlicher Texte in verschiedenen Sprachen oder beim Schreiben eigener Texte in einer Fremd- oder Zweitsprache. Gleichzeitig wird KI zunehmend im gesamten Schreibprozess eingesetzt und prägt insbesondere auch Übersetzungspraktiken.
Die Studie soll sichtbar machen, was im fertigen Text oft unsichtbar bleibt: wie Studierende ihre sprachlichen Ressourcen und KI-Tools im Schreibprozess tatsächlich nutzen.
Ablauf und Forschungsmethoden
Die Datenerhebung erfolgt im Rahmen des Workshops „Akademisches Schreiben und KI: Argumentieren, Strukturieren und Reflektieren / Academic Writing and AI: Argumentation, Structure and Critical Thinking“. Dieser basiert auf einem mehrsprachigkeitsorientierten schreibdidaktischen Ansatz und findet über mehrere Durchläufe des Workshops hinweg statt. Die Teilnehmenden verfassen einen argumentativen Text, dessen Schreibprozess aufgezeichnet wird, und reflektieren diesen über mehrere Sitzungen hinweg.
Die Studie kombiniert verschiedene qualitative Methoden zur Analyse des Schreibprozesses. Grundlage sind Bildschirmaufnahmen beim Verfassen eines argumentativen Textes, die zeigen, wie Studierende ihr Sprachenrepertoire nutzen und KI-gestützte Übersetzungspraktiken einsetzen. Ergänzt wird dies durch Reflexionsportfolios und retrospektive Interviews. Da Schreiben ein kognitiver Prozess ist, ermöglichen die Interviews zusätzliche Einblicke darin, in welchen Sprachen gedacht wird und warum bestimmte Sprachen zu bestimmten Zwecken verwendet werden.
Ausblick
Aus den Ergebnissen ergeben sich konkrete Impulse für die Schreibdidaktik in mehrsprachigen Kontexten. Reflexion, Strategiearbeit und gezielte Anleitung sollten stärker Bestandteil schreibdidaktischer Formate werden. Insbesondere KI-gestützte Übersetzungspraktiken können explizit in Schreibworkshops und Schreibberatung integriert werden. Dadurch lassen sich bestehende didaktische Ansätze weiterentwickeln und Perspektiven für eine translinguale Schreibdidaktik stärken.
Forschungsverantwortliche: Lefkothea Sinjari